Rapsfeld bei Eversen

Wir hatten uns zu früh gefreut...

...und mit uns wohl so einige, die nach der Kreistagssitzung des Umweltausschusses in Bremervörde frohlockten, dass die Bauschuttdeponie in Haaßel nach massiven Bürgerprotesten und kritischer Berichterstattung in den Medien nun wohl doch vom Tisch sei. Aber man hatte uns gewarnt und vorsichtshalber schrieben wir: "Damit scheint das Thema vorerst vom Tisch …". Vorerst war wirklich sehr kurz.

Landrat Herrmann Luttmann tat laut Artikel der Rotenburger Rundschau vom 27.05.2011 im Anschluss an die Kreisausschusssitzung kund, dass eine Deponie, wie sie ursprünglich geplant war, weiter möglich sei und setzte nach unserer Lesart damit den einstimmig gefassten, gegenteiligen Beschluss des Kreisausschusses glatt außer Kraft. Und zwar mit dem Hinweis, dass ein neues Verfahren notwendig sei.

Dass er damit ein Gremium des Landkreises, dessen Chef er immerhin ist, zu einem Kongress von FrühstücksdirektorInnen degradiert hat, ist eine Sache und die soll der Ausschuss mit ihm ausfechten.

Eine andere Sache ist das neue Verfahren und das macht uns weit mehr Sorgen.


Man verspricht in Zukunft mehr Sensibilität zu zeigen,
aber nur, um erfolgreicher gegen die BürgerInitiative
anzutreten.

Für das Verständnis, dass Luttman für den Unmut und die Ängste der Menschen im Landkreis aufbringen will, fehlt uns allerdings das Verständnis – schlicht deshalb, weil wir nicht verstehen, worin es bestehen soll. Er gäbe zu, "dass das Planfeststellungsverfahren so - obwohl formalrechtlich fehlerfrei - nicht hätte durchgeführt werden dürfen" verlautete die Rundschau. Da sagt jemand, er habe einen Fehler gemacht und negiert die Aussage im selben Satz. Im darauf Folgenden lässt er dann aber die Katze aus dem Sack: Nicht die Deponie sei der Fehler, sondern mangelnde Sensibilität im Umgang mit der Bevölkerung!

Da hat jemand die Frechheit, sich bei den Opfern seiner Absichten dafür zu entschuldigen, dass er sich bei der Schädigung ihrer Interessen zu ungeschickt angestellt habe um erfolgreich gewesen zu sein und gelobt - man fasst es nicht: Besserung!

Dann nimmt er aber, wie er es schon bei den Roma-Frauen und deren Abschiebebedrohung getan hat, Deckung vor der Verantwortung und erklärt: "Der Kreis sei bei der Umsetzung des Kreistagsbeschlusses lediglich als Träger öffentlicher Belange beteiligt gewesen, nicht als Antragsteller oder Genehmigungsbehörde." (Rotenburger Rundschau vom 17.05.2011) Ein ganzer Kerl! Donnerwetter!

Wir möchten an dieser Stelle die Bürger im Kampf gegen die Deponie unserer Solidarität versichern. Und nicht deswegen, weil irgendwelche Verfahren falsch oder ungeschickt abgelaufen sind oder weil wir uns von irgendjemandem übergangen fühlen (wie die Grünen lt. RR vom 8.5.2011), sondern einfach deswegen, will wir der Ansicht sind, dassdie Deponie – ob groß, ob klein – die Interessen der Bürger schädigt und die der Natur obendrein. Und zwar massiv!

Weitere Informationen: http://www.haassel-deponie.de.tl/Home.htm