Rapsfeld bei Eversen

Bremervörde am 11. April 2011

Bilder der Demo gegen Atomkraft und die Rede von Tanja Eichfeld (Vorstand Die Linke des Kreisverbandes Rotenburg)

 

Tanja Eichfeld: Über die Lügen von Politik und Wirtschaft


Foto: Imke Busch

1. Atomstrom sei billig und sichert dem Normalverbraucher einen bezahlbaren Strompreis
Wir Bürger haben die Atomindustrie seit 1950 mit mindestens 200 Milliarden Euro gefördert! Würden für die Betreiber der AKWs die gleichen Haftungsregeln gelten wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch, wäre Atomstrom bis zu 2,70 Euro pro Kilowattstunde teuer! Und damit nicht billig sondern unbezahlbar! Das bekannte Entsorgungsproblem wird zukünftig zusätzlich noch Unsummen verschlingen.


2. Atomstrom sei sauber

Kernkraftwerke produzieren neben dem Strom eine sehr gefährliche Sorte Müll, für dessen Entsorgung es keine Lösung gibt: Weltweit gibt es kein sicheres Endlager! Deshalb wird der Mist erst einmal tief unter der Erde versteckt, in der Hoffnung, dass kein Kontakt nach außen möglich wird. Aber das gelingt bekanntlich nicht einmal in der ASSE! Aber wer kann denn für die Sicherung von radioaktivem Schrott über tausende von Jahren ernsthaft garantieren!? Diese irrsinnige Entsorgungsproblematik ist ein K.O.-Kriterium für eine Energieversorgung mit Atomstrom!


Foto: Imke Busch

3. Atomstrom sei sicher
Diese Rücksichtslosigkeit der Verantwortlichen gegenüber Land und Leuten ist ein Skandal: Menschen werden bei der sogenannten Einlagerung, beim Transport der Castoren, sowie in und um den AKWs Emissionsrisiken ausgesetzt. Das Risiko für Kinder an Leukämie zu erkranken nimmt zu, je näher der Wohnort an einem AKW liegt. Noch im Umkreis von 50 km ist eine erhöhte Krankheitsrate festzustellen! Oder es kommt zu größten möglichen Katastrophe!!! Und das dürfen die Verantwortlichen nicht einfach so abwiegeln!

Die Rücksichtslosigkeit der Konzerne und der Politik ist kein Versehen, sondern Programm. Wenn schon ansonsten in der Marktwirtschaft Mensch und Natur dem Diktat des Geldverdienens unterworfen sind, dann ist das natürlich auch und sogar erst recht bei der Energieversorgung der Fall.

Wie gehen die Rechnungen der Betreiber? Nur drei Beispiele dazu:

    • Je dicker die Wandstärke der Kühlmittelleitung – gut gegen vorzeitiges Bersten!, desto geringer der Wirkungsgrad bei der Wärmeübertragung – schlecht für die Bilanz!

    • Je empfindlicher die Messfühler für die Notabschaltung – gut für die "Sicherheit"!, desto geringer die Auslastung des Reaktor, weil zu oft abgeschaltet wird – schlecht für den Gewinn!

    • Je vielfältiger die Auslegung der Sicherheitssysteme – gut für die Bewältigung verschiedenster Unfallhergänge! – desto schlechter ist das Verhältnis von Kosten und Geldüberschuss. Und nur auf den kommt es den Betreibern an!

Ein Staat wie Deutschland, dem es um möglichst viel Wachstum in Konkurrenz zu anderen Nationen geht, muss in der Konsequenz eine reibungslose und möglichst billige Bereitstellung jeder Menge Energie zu seiner Sache machen. Mit der jeweiligen Energiequelle verbundene Risiken für Mensch und Natur. Sei es durch den CO 2 Ausstoß bei Kohlekraftwerken mit der Wirkung Klimawandel bis hin zu Restrisiko Gau bei AKWs.